Die Hoffnung muss bleiben
Dieser Beitrag stammt aus den Mailandachten des SRS pro Sportler e.V.
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Manchmal hängt sie aber am seidenen Faden. Und dieser kann so dünn werden, dass das Schlimmste eintritt: Ein Mensch nimmt sich das Leben. „Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke ist tot.“ Das war heute Morgen der erste, erschrockene Blick in die Tageszeitung. Gestern Abend um 18.25 Uhr wurde der Keeper von Hannover 96 von einem Zug erfasst und tödlich verletzt. „Wir sind fassungslos und voller Trauer“, so DFB-Präsident Theo Zwanziger. „Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte“ (Oliver Bierhoff). „Warum ausgerechnet er?“ Immer wieder stellten auch die Fans dieses Ausnahmetorhüters diese Frage.
Die Gedanken sind`s
Der Faden kann für uns alle sehr dünn werden. Auch für Christen. Weil wir Menschen sind, die Hoffnung brauchen. Die für jetzt, die Nahzeithoffnung. Und die für später, wenn man uns zu Grabe getragen hat.
Hoffnung, so meine ich heute Morgen beim Tippen dieser Zeilen, muss aber auch „gepflegt“ werden. In unseren Gedanken entscheiden sich die Dinge. Dann folgen die Taten. Diese richten sich nach dem, was wirklich in uns vorgeht. Hier werden die Fäden der Hoffnung entweder zu einem festen Seil gewunden oder es kann auch der letzte verbleibende Faden so rissig werden, dass es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt.
„Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.“ Prediger 4,12
In den letzten Jahren lag die Suizidzahl in der BRD fast immer über 10.000, darunter deutlich mehr Männer. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Suizide pro Jahr gibt und dass 10 bis 20 Mal so viele Suizidversuche scheitern.
Geduldige Hoffnung
Hoffnung hängt aber auch mit Geduld zusammen. Wörtlich im Griechischen: „darunterbleiben, ausharren“. Hier wachsen Fähigkeiten, die helfen können, „es nicht zu tun“. Wir fangen an, die Geduld Gottes, die er mit uns hat, zu übernehmen – mit sich und mit anderen. Und in Situationen der riesigen Anspannung, wo es einen fast zerreißt, doch noch auszuharren. Und so die kritischen Sekunden oder Stunden zu überleben. Diesen Satz habe ich mir gemerkt: „Die Bibel ist das Lehrbuch der Geduld“. Und eben dieses Ausharren schafft neue Aussichten und die so wichtige Hoffnung für unser von Gott geschenktes Leben.
Möge niemals der sportliche Druck, die Auseinandersetzungen in Beziehungen, die finanzielle Notlage, das Zurückbleiben hinter seinen eigenen Ansprüchen an sich, das Breitmachen einer Krankheit, die Mangelerscheinungen „es Gott recht zu machen“, die anklebende Sünde und der Hang zu den (Sehn)Süchten und anderes uns den Blick verdunkeln, dass es keinen Ausweg mehr zu geben scheint.
An seiner Hand
Und wir haben keinen Grund, uns über andere zu erheben – aber wir haben es alle nötig, uns heute umso fester an Jesus anzuschließen. Er ist unsere Hoffnung, er ist unsere Geduld, er ist es, der Sünde wegnimmt. Und er ist es, der uns nicht überfordert und die Hand auf die Schulter legt: „Komm, ich bin doch da für dich, ich kenne dich doch durch und durch, ich liebe dich, ich komme mit dir zurecht, du musst dir darüber keine Sorge machen, freue dich doch heute…“
Helmfried Riecker
