Effektiv in einer druckvollen Zeit

In einer Zeit, wo die Spielräume im Beruf, und das fängt schon bei der Berufswahl an, immer kleiner werden, immer mehr Arbeit von immer weniger Leuten bewältigt werden soll, der Druck aufs Gemüt enorm wächst und man manchmal nicht mehr durchblickt und die Kraft auszugehen scheint – da ist es umso entscheidender zu hören, was Gottes Wort auch in solcher Lage sagt.

Das zu hören ist gut auch für jeden Sportler. Nicht nur die Fußballwelt ist wachgerüttelt worden durch den Suizid ihres Nationaltorhüters, auch die schamlosen Bereicherungsversuche einiger Geldgeier im gerade ans Tageslicht gekommenen Wettskandal schreien nach Orientierung und brauchbaren Werten.

Die Epheser zur Zeit eines Paulus lebten gewiss nicht in einer heileren Welt als wir heute. Doch die Zeilen des Apostels ermutigen die Christen in dieser Stadt, in dieser Lage mit ihrer Christusnachfolge zurecht zu kommen. Er bringt etwas außerordentlich Wichtiges in Spiel: Die Führung Gottes für einen Menschen, der auch seine Führung sucht. Mit dem nachfolgenden Vers verbürgt sich Gott dafür.

„Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden.“

Epheser 2, 10

Einer unserer Lehrer am theologischen Seminar  „Neues Leben“ drückte einmal eine wirklich interessante Feststellung aus: Als ein Gott auch der „Eventualitäten“ kann er jeden Weg, den wir eingeschlagen haben, dazu benutzen, um etwas daraus zu machen. Wenn wir ihn nur „in seinem Namen“ gehen. Hier erkennen wir, wie viel Spielraum wir haben und wie sehr auch unser Verstand gefragt sein will.

Und doch findet Führung zum Ziel hin, welches Gott mit uns vorhat, statt. Wenn er uns dabei „mit seinen Augen leiten“ will, bedeutet das nicht weniger, als dass wir in der Lage sind, seine Fußstapfen zu erkennen und ihnen zu folgen. Das bedeutet sicher nicht, dass penible Schrittfolgen millimetergenau einzuhalten sind. „Wenn viele Wege nach Rom führen“, ist das Ziel klar. Unserer Kreativität bleibt freigestellt, welche dieser Straßen wir benutzen.

Dauerdruck

Mit immer weniger Leuten möglichst immer mehr und effektiver zu schaffen, macht Druck. Mit einer Mannschaft immer effektiv zu spielen und mit dem Quentchen Glück und einen Schritt schneller den Sieg und die Punkte davonzutragen, macht Dauerdruck.

Gewiss: Wer effektiv arbeiten will, konzentriert sich auf ein Ziel. Der Stürmer sucht den effektivsten Weg zum Tor, der Schachspieler zum Matt des Gegners und der Rennfahrer eine Synthese aus dem kürzesten und dem ökonomischsten Weg durch die Kurven einer Rennstrecke.

Grundsätzlich ist jeder Mensch berufen mit Gott und durch ihn zu leben. Nicht als Selbstzweck, sondern um sich dabei an die von Gott vorgegebenen Spuren zu halten, in ihnen „zu gehen“. Gott hat sich Ziele für uns gesteckt, die wir erreichen sollen. Dabei können uns abweichende Möglichkeiten nicht irritieren; denn er überschaut von Anfang an jeden Weg, den wir nach Abschätzung aller Möglichkeiten im Glauben gehen werden: „Ich will . . . dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ (Psalm 32, 8)

Spurenlese

Er wird uns Türen öffnen und andere verschließen. Manchmal erst im Rückblick können wir feststellen, dass er uns wunderbar geführt hat.

Manche Sportarten beenden ihre Saison im Frühjahr, andere im Sommer, wieder andere im Herbst. Egal welchen Sport du treibst: Es ist dir und mir freigestellt, eine Sportsaison im Vertrauen auf Jesus nach unseren Möglichkeiten zu planen und zu gestalten. Und auch dabei werden wir auf „Werke“ treffen, die Gott für uns vorbereitet hat.

Der Druck macht, dass es uns nicht immer gut gehen wird. Druck bedrückt. Und wenn du dich heute so fühlen solltest, ermutigt dich das wunderbare Bibelwort, die Hand Jesu nicht nur nicht loszulassen – sondern mutig und zuversichtlich zu wissen, er wird mich führen. Das baut die Hoffnungsbrücken, die du und ich brauchen, auch wenn es gerade nicht so gut oder ganz im Gegensatz traumhaft gut geht.

Helmfried Riecker

Quelle:
SRS PRO SPORTLER e.V. 57610 Altenkirchen
www.srsonline.de