Ohne Worte

Es gibt Spieltage, die rauben dem Trainer derart die Spucke, dass man selbst nach zwei Wochen noch nach Worten sucht um das Chaos für die Nachwelt (hier: die interessierten Volleyballfische) festzuhalten. Und dann gibt es Spieltage über die könnte man ganze Bücher über die Ursachen schreiben und dennoch würde es keiner tun wollen.

Der Reihe nach: es war Montag Abend vor zwei Wochen, da waren die “Erwachsenen” zu Gast bei Pommes Rot/Weiß. Nach dem beim pfeiffen/zuschauen des ersten Spiels klar war, dass an diesen Abend beide Mannschaften eine echte Herausforderung darstellen würden (wie so oft zuvor), ging es für uns zuerst gegen Pommes. Im ersten Satz sah es eher durchwachsen aus und das Ergebnis (verloren zu 21) sah nicht so schlecht aus, als dass man hätte die Flinte ins Korn werfen müssen. Ob es nun die Flinte im Korn, oder die Selbstvertrauen über Bord waren, irgend etwas wurde verworfen und wir beendeten den zweiten Satz mit 11 erzielten Punkten. An diesem Punkt wollten schon die Ersten abreisen, aber der vermeitlich schwerere Gegner (SFT Gönnsdorf hatte gegen Pommes zuvor gewonnen) wartete noch. Die Flinte immer noch im Korn liegend, dafür der Trainer auf dem Feld (stehend), wollte im ersten Satz so gar nichts glücken – 10 zu 25 zogen an der ohnehin schon gedrückten Moral.

Was nun folgte würde ein ‘Doc Brown’ wohl “präzise” mit einem Riss im Raum-Zeit-Kontinuum begründen, und dürfte wohl alle Anwesenden gleichermaßen überrascht haben. Vieleicht lag es auch einfach nur an einem schon scheinbar gelaufenen Spieltag, der jegliche Gedanken an irgendwelche Erwartungen verschwinden ließ, dass es im zweiten Satz gegen Gönnsdorf plötzlich wieder ein Spiel auf Augenhöhe wurde. Ein an dem Abend bislang noch verborgen gebliebener Kampfgeist wachte scheinbar kollektiv auf. Wir konnten in diesem Satz gut mithalten und, entgegen unserer gewohnten Vorgehensweise (“knappe Dinger abgeben”), zum Ende nach einem Rückstand sogar noch drehen. Erwartungsgemäß rückte der gewonnene Satz die Stimmung wieder zurecht, und dem Entscheidungssatz wurde gerade zu entgegen gefiebert – wir hatten ja nichts zu verlieren. Mit Rückenwind ging es also in den dritten Satz, in dem wir dann auch mal das zeigten, was wir können. Nicht zuletzt durch etwas Glück und einer sehr fairen Mannschaft des SFT konnten wir den dritten Satz und so auch das letzte Spiel des Abends für uns entscheiden.


Am Anfang wussten wohl die Wenigsten, was uns erwarten würde, wenn wir in den offiziellen Spielbetrieb des SSVB als Herrenmanschaft eintreten und so gingen wohl auch die meisten ohne bestimmte Erwartungen in die erste Saison. Zumindest die Fragen, ob man überhaupt Chancen hätte und ob Fans zur Unterstützung kommen, konnten nach den ersten Spieltagen mit einem präzisen ‘Durchaus!’ beantwortet werden und bei dem ein oder anderen konkretisierten sich die Erwartungen hinsichtlich der Plazierung. Nach den letzten Rückrundenspielen (Abschlussrunde ausgenommen) übertraf ein Platz 2 in der Tabelle sicher die Vorstellungen der Meisten, freute alle aber umso mehr. Auch neben den spielerischen Erfahrungen war es eine eindrucksreiche Saison. Fähnchenschwenken-dürfen als Linienrichter, Spieltag in der DSC-Trainingshalle (Eindrücke irgendwo zwischen ‘Boar-Eh!’ und ‘Will ich auch haben!’) und schöne Ausfahrten aufs Land seien da nur beispielhaft genannt. So stand schon vor der Aufstiegsrunde vergangenen Samstag fest, dass für jeden was dabei war und schon jetzt von einer erfolgreichen Saison gesprochen werden konnte. Beste Vorraussetzung also für die Spiele gegen SG Großröhrsdorf (später Platz 1) und den Dresdner SSV (später Platz 2). In beiden Spielen mussten wir uns mit 0 zu 3 geschlagen geben – teils nur knapp innerhalb der Sätze. An dieser Stelle könnte jetzt eine ellenlange Auswertung folgen: Hier noch ein bischen besser, da noch ein wenig anders stehen… Ohne lange Worte sind wir anschließend lieber in den Biergarten gegangen und freuten uns gemeinsam über eine gelungene und verletzungsfreie Saison. Einen Dank an die Gastgeber und unsere Fans wollen wir natürlich nicht vergessen.

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