Wieder ganz neu
Dieser Beitrag stammt aus den Mailandachten des SRS pro Sportler e.V.
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Egal wann deine Sportsaison startet, ob im Herbst, Winter, jetzt im Frühjahr oder im Sommer, eines bleibt gleich: Es wird sich etwas noch nie so Dagewesenes ereignen. Kein Jahr gleicht dem anderen.
Für Jelena Issinbajewa, der Stabhochsprungweltmeisterin, bedeutet es eine Auszeit vom Sport, die sie nach reiflicher Überlegung gerade eingeht. Für Evander Holyfield (47!) wahrscheinlich die neue Krönung seiner langen Berufsboxkarriere, als er gerade wieder (WBF-) Weltmeister wurde. In den Neunzigern hatte er sich als Christ bekannt. Für Bernhard Langer, der in der Senior-Golftour ganz vorne mitmischt, die Erkenntnis, dass es nicht mehr zu einem der vorderen Plätze beim gerade gespielten und hochdotierten US-Masters, das er vor Jahren zweimal gewinnen konnte, reicht. Dass er mit seinen 52 Jahren nicht mehr ganz an einen Tiger Woods mit dessen 34 Lenzen heranreichen kann. Und trotzdem hat er noch Großes vor.
Wie dem auch sei, ob hoher Profi- oder „normaler“ Sport, die Fragen sind ähnlich: „Wie wird’s wohl diesmal werden?“ „Was muss ich tun, um weiter vorne dabei zu sein?“ „Wer kann mich kompetent(er) begleiten?“ „In welchem zeitlichen und finanziellen Rahmen und auf welchem sportlichen Niveau sollen sich die Dinge entwickeln können?“
Josua, der Nachfolger des berühmten Mose, ließ durch seine Amtleute dem Volk, als sie zum Aufbruch aufgefordert wurden, sagen:
Aber ihr müsst ja wissen, auf welchem Wege ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen.
Josua 3, 4b
Josua selbst vervollständigte den Aufruf: „Heiligt euch, denn morgen wird der Herr Wunder unter euch tun!“ (3,5) Hier werden die bestehenden Herausforderungen mit Gott zusammen gebracht: Die unbekannte Zukunft und das Eingreifen und Führen Gottes.
Und es ist vom Wunder die Rede. Es ist jedes Mal ein wirkliches Wunder, wenn wir entdecken, dass hier Gott „die Finger im Spiel“ hatte. Das soll auch in deinem Sport geschehen (können). Im Andachtsbuch „warm up“ sind die Basisüberlegungen dazu so zusammen gefasst:
„Es ist eine freiwillige Entscheidung, auf welchem Niveau du deinen Sport betreibst, reduzierst oder weiter ausbauen möchtest. Das hängt davon ab, wie alt du bist, welche Rücksichten du auf Familie und Beruf nehmen musst und wie oft es dir möglich ist zu trainieren. Von daher ergibt sich auch die Jahresplanung. Der eine strebt die deutsche Meisterschaft an, ein anderer die Kreisklasse. Und mancher läuft nur seiner Gesundheit zuliebe.
Nach Abwägen aller Umstände sollten wir den sportlichen Rahmen so abstecken, dass wir vom Niveau her eher etwas überfordert als unterfordert werden. Du spürst, was drin ist und was nicht mehr geht. Diesen Rahmen legst du im Vertrauen auf Gott im Glauben fest.
Es ist dann nicht die Frage, wie oft jemand trainiert, sondern dass er im Rahmen seiner Möglichkeiten sich selbst und sein Material, die Menschen um sich her, die angeborene Mentalität, die trainierten Bewegungsabläufe, die Beweglichkeit mit den Umständen klarzukommen und die Motivationen etc. Gott zum (Be)Handeln überlässt.
Du solltest für dich im Herzen Klarheit darüber haben, dass du wirklich willst, dass sein Plan für dich aufgeht und du nicht Gott vor „deinen Karren spannen“ willst als Zweckerfüller deiner Wünsche. Das ist der entscheidende Punkt.
Eine Stunde Training in der Woche kann unter diesen Gesichtspunkten genauso richtig wie ein siebentägiges Trainingsprogramm sein. Die Quantität des Aufwands ist verschieden, die geistliche Qualität dieselbe.
Abgesteckt und neu entschieden wird von Saison zu Saison. Dann gilt es, im Vertrauen auf diese Rahmenbedingungen durchzuhalten, auch wenn sich dazwischen Durststrecken einstellen. Was Gott sich bei allem gedacht hat, erkennen wir erst nach dem allerletzten Zieldurchlauf. Was er dich erreichen lässt, ist sein besonderes Geschenk an dich. Wie auch immer es aussieht, es ist das herausgekommen, was für deine sportliche und geistliche Entwicklung in dieser Saison wichtig war.“
Ein Wunder, dass es so etwas überhaupt gibt.
Helmfried Riecker
