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SRS Mailandacht 23.04.2014

Mandelblüten und Dankbarkeit

Die ersten grünen Triebe an den Zweigen warten nur so darauf, sich endlich in voller Pracht zu entfalten, die Mandelblüten blühen wunderschön und die Vögel zwitschern schon leise und fröhlich ihre Lieder. Es kommt Frühlingsstimmung auf. Der ein oder andere holt das verstaubte Fahrrad wieder aus dem Keller, denn nach einer Tour fühlt man sich doch gleich viel besser.

Aber kann man überhaupt diese Frühlingsstimmung aufkommen lassen?

– In den aktuellen Schlagzeilen lesen wir, dass in China Menschen um Ihre Angehörigen trauern, die bei einem ungeklärten Flugzeugabsturz Familienmitglieder verloren haben, dass ein „Killer“-Virus nach Europa kommen könnte, oder über die schlimmen Nachrichten von dem ehemaligen Formel 1 Piloten Michael Schumacher. Hoffnungslos machende Schlagzeilen überhäufen uns Tag für Tag, man bekommt Angst davor, was noch alles passieren könnte.

– Oder geht es dir vielleicht gerade nicht so gut und du hast überhaupt gar keine „Lust“ auf das Frühlingserwachen?

Was für eine Bedeutung hat eigentlich solch ein Mandelzweig in der Bibel?
Jesus von Nazareth spricht in Matthäus 16, 2 und Lukas 12, 56 von den „Zeichen der Zeit.“ Er macht seinen Zeitgenossen den Vorwurf, dass sie diese nicht erkennen, obwohl sie viele Zeichen in der Natur registrieren. Immer wieder fordern die Menschen Zeichen von Jesus, der von seinen Jüngern als der „Christus“ erkannt worden ist.

Der Mandelzweig
Ein Zeichen der Natur ist der Mandelzweig. Ein Symbol der Natur, nicht nur im alten Israel der hebräischen Bibel. Der Mandelzweig ist auch heute noch in Israel ein Symbol für das neue Leben nach dem Winter und ein Symbol der Auferstehung. Denn oft trägt er seine ersten Blüten, wenn noch Schnee auf den hohen Hügeln rund um Jerusalem liegt.

Ist das nicht missverständlich, wenn ich Erscheinungen der Natur als Zeichen der Gegenwart und des Wirkens Gottes in der Welt deute? Jeremia erging es oft so, dass man seine prophetischen Symbole lächerlich fand. Dabei geht es hier um eine die ganze Bibel durchziehende Symbolik: Dem Übermaß an Unheil und Schuld begegnet Gott in einem kleinen Zeichen, scheinbar ohnmächtig: Ein Reis aus der Wurzel Isais, ein Senfkorn, ein Weizenkorn, ein Kind in einer Krippe. Scheinbar Ärgernis und Torheit, in Wahrheit aber Gottes Kraft und Liebe.

Doch wie ist das bei uns? Sehen wir die Zeichen Gottes – also das Wirken Gottes in unserem Alltag? Sind wir bei einem Wettkampf oder Spiel Gott dankbar, dass er uns behütet und wir uns nicht verletzt haben? Oder schimpfen wir nur darüber, wie ungerecht alles abgelaufen ist, dass wir verloren haben?

Turbulenzen
Mitte März flogen meine Frau und ich aus den Flitterwochen in Mexiko zurück. Wir gerieten in Turbulenzen, die von Minute zu Minute schlimmer wurden. Es riss uns auf den Sitzen hin und her. Einige der Passagiere verletzten sich dabei, andere waren völlig aufgelöst. Mit einem Mal kamen wir in den Sinkflug. 1000 Meter in 30 Sek. Der Körper zitterte. Panik brach aus, Schreie und Todesangst. Erst nach einiger Zeit schaffte es der Pilot, das Flugzeug wieder nach oben zu ziehen. Wie konnte das passieren? Warum ausgerechnet uns? Endlich in Frankfurt angekommen, konnten wir erleichtert und dankbar feststellen, dass „das Leben nicht vergangen ist“, wie befürchtet werden musste, sondern dass „das Leben siegt hat!“

Beschützt
Ich glaube, wir sollten nicht alles negativ sehen oder gar Gott Vorwürfe machen, warum er Turbulenzen in unserem Leben zulässt. Wir sollten dankbar sein, dass, wie in unserem Fall, wir nicht abgestürzt sind, dass er da war und uns beruhigt und beschützt hat – ein Zeichen von Gottes Wirken auch noch heute.

Und genauso ist es auch mit den Schlagzeilen in unseren Medien. Wir, denen es gut geht, sollten dankbar sein für Dinge, die in unserem Leben offenbar so selbstverständlich sind und doch gleichzeitig von so vielen Menschen entbehrt werden müssen. Hier ist unsere Hilfe gefragt – Hilfe in finanzieller Form, im Gebet und nicht zuletzt im Vermitteln des Gedächtnisses an den Mandelzweig.

Ja, wir dürfen unsere Augen schärfen und Gottes kleine Zeichen wahrnehmen. Wir dürfen den Frühling in seiner vollen Pracht aufnehmen und als Fingerzeig der unendlichen Schönheit der Schöpfung Gottes verstehen.

Thomas Seidel
SRSgemeindedienste